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meinzeilentraum

Posted on 17.5.2020

Vorab soll gesagt sein - ich hatte mir ein bisschen mehr von der Story erhofft. Das Tempo zu Beginn des Buchs war für meinen Geschmack schon zu schnell, die Trennungsszene zwischen Emery und ihrem Freund hätte meiner Meinung nach ein wenig mehr ausgebaut werden sollen, da er ja eigentlich ein großer Teil ihres Lebens gewesen sein sollte, da war es für mich schon etwas komisch, dass die Szene so kurz gehalten wurde. Wenn man aber den gesamten Verlauf betrachtet, blieb es auch nicht nur bei dieser einen Szene, die kurz und abgehackt dargestellt wurde. Generell war der Schreibstil nicht ganz so meins, da es des Öfteren kurze abgehackte Sätze gab, die für mich den Lesefluss unterbrachen, dennoch konnte mich die Geschichte um Emery und Jensen fesseln. Leider wurde vieles für meinen Geschmack auch ziemlich übertrieben dargestellt, die beiden haben ja schon einige Jährchen auf dem Buckel, aber dass einen dann ein Kuss soo umhaut und der erste Geschlechtsverkehr sooo phänomenal ist und natürlich beides alles bisherige übertrifft – das waren einfach zu viele Superlative. Emerys Gemütsschwankungen haben auch nicht gerade dazu beigetragen, dass ich sie schnell in mein Herz schloss – in der einen Sekunde hat sie Jensen gehasst und wollte ihm nicht mehr begegnen, aber dann wurden Freigetränke erwähnt und ihr war es auf einmal schnurzpiepegal? Ihr Alkoholkonsum war generell etwas fraglich… Im Allgemeinen störte mich dieses ständige, verwirrende Hin und Her zwischen den beiden, was größtenteils von Emery ausging – manchmal bekam ich den Eindruck, dass sie sich gar nicht sicher war, was sie wollte. Dazu kam, dass es außer Emery noch zwei weitere Dramaqueens in der Story gab und das bringt mich wieder zu meinem oben bereits erwähnten Punkt – es war vieles einfach zu übertrieben. Außerdem ist mir ein inhaltlicher Fehler aufgefallen, denn es gibt eine Szene, in der Jensen Colton verspricht, nach dem Gespräch mit Vanessa Waffeln mit ihm zu backen, doch als dieses vorüber ist, spaziert er einfach aus dem Raum. Das waren jetzt so meine größten Kritikpunkte – wie gesagt, obwohl ich vieles zu bemängeln habe, mochte ich die Story zwischen Emery und Jensen irgendwie. Vor allem Jensen war ein Charakter, den ich gut leiden konnte und dessen Gedanken und Handlungen ich gut nachvollziehen konnte. Dazu kommt, dass im Laufe des Buchs Geheimnisse aufgedeckt wurden, die für Wendungen sorgten, die man so nicht vorhergesehen hatte – dieser Überraschungseffekt hat mir unheimlich gut gefallen und verlieh der Story auch mehr Tiefe. Jensens Bruder Landon ist z. B. in einer verzwickten Situation und irgendwie habe ich das Gefühl, dass „Finding Mr Wright“ nicht der einzige Band bleiben wird, in dem es um einen Mr. Wright geht – die anderen beiden Brüder hätten nämlich auch noch Potenzial für ein eigenes Buch und ich würde auch deren Geschichten gerne lesen.

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