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throughsioux_books

Posted on 29.4.2020

Der Schreibstil: Kate Corell schreibt sehr schön mitreißend und kombiniert viele Elemente, die den Leser in seinen Bann ziehen. Ich war von der ersten Seite an drin und habe mich mitreißen lassen. Das war schon mal super. Ein Buch, dass man mal eben schnell durchlesen kann. Bestärkt wird dieses Gefühl der Schnelllesigkeit durch die Kürze des Erzählens. Die Autorin schreibt an vielen Stellen recht flott. Gerade am Anfang hat mich das etwas irritiert. Es wirkte fast sprunghaft. Ich fand mich teilweise nicht zurecht und bekam keinen richtigen Zugang zu den Charakteren. Es wurde erzählt, aber ich habe nichts gefühlt. Ein bisschen oberflächlich vielleicht. Nach und nach wurde das besser, aber es gab immer noch einige Situationen, in denen ich mich ohne Halt fühlte und ich mir auch einfach gewünscht hätte, dass die Innensichten der Protagonisten etwas mehr von ihren Gefühlen durchblicken lässt. Dieses Gefühl, dass mir irgendwas fehlte, zog sich für mich leider durch das ganze Buch. Obwohl ich es ansonsten echt genossen habe. Meine Meinung: Der Anfang des Buches verlief recht kalt. Ich habe nicht so recht verstanden, in welchem Verhältnis die Protagonisten nun zueinander stehen. Jedenfalls nicht gefühlstechnisch. James erschien mir zunächst sehr typisch. Ein Geschäftsmann, der etwas zu steif ist und nach außen sehr mürrisch wirkt. Zudem eigentlich nur für den Job lebt. In Band 1 hat man ihn ja schon ein wenig kennengelernt und fand ihn vielleicht nicht so sympathisch. Am Anfang dieses Bandes fand ich ihn ebenfalls etwas merkwürdig und das nicht, weil er zu hart gewesen wäre, sondern eher, weil er mir zu unstet war. So beharrte er nie auf einer Aussage, ließ sich unheimlich schnell umstimmen und erweichen. Dahinter steckt ein wenig, dass er Menschen, die er liebt, nichts abschlagen kann. Aber es wirkte auch ein bisschen charakterschwach auf mich. Grace ist eine wirklich sympathische Protagonistin, die für ordentlich Trubel sorgte. Sie war mir ein wenig besser verständlich, aber auch bei ihr fand ich Unstetigkeiten. So ist sie einerseits unheimlich schnell zu verunsichern, wenn es um ihre Figur geht, gleichzeitig ist sie aber nicht selten sehr selbstbewusst, stellt sich einfach nackt vor James oder ähnliches. Das passte für mich nicht immer zusammen. Ich habe sie dennoch sehr ins Herz geschlossen. Ihre Schokoladensucht, ihre Backwut und ihr starkes Auftreten gegenüber James machen sie zu einer Protagonistin, die man einfach gernhaben muss und die einfach etwas Offenheit in die Geschichte bringt. Wie oben schon erwähnt, wirkte es ein wenig, als setze die Autorin Teile zusammen. Bei einigen davon musste ich leider die Augen verdrehen, weil ich sie genau so und nicht anders erwartet hatte – Klischeealarm. Zum Glück geht es nicht durchgängig so und der Leser bekommt ein paar wirklich lustige und auch tiefgreifende Szenen geboten. Das eigentliche Problem der Protagonisten bleibt mir dabei aber leider zu klein. James vollzieht eine wunderbare Entwicklung, genauso wie die Band, die wir schon aus Band 1 kennen. Bei James und Grace als Paar hatte ich aber eher das Gefühl, der Leser würde vor vollendete Tatsachen gestellt. Viel zu schnell ist etwas klar, was der Leser dann einfach hinnehmen muss. Da fällt auch wieder auf, dass die Ausführung der Gefühle etwas zu kurz kommt. Fazit: Ich habe also definitiv etwas an der Umsetzung zu meckern. Ein paar Seiten mehr, flüssigere Übergänge hätten es für mich schon gemacht. Dennoch kann ich auf gar keinen Fall sagen, dass die Geschichte schlecht wäre. Man merkt, was die Autorin erzählen will. Die Komponenten einer wirklich guten Geschichte sind alle da. Mir fehlten einfach ein wenig die Zusammenhänge und auch Details. 4 von 5 Sterne.

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