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Cubey

Posted on 26.4.2020

Nach dem erschütternden Ereignis rund um das World Trade Center am 11. September 2001 sind wir vorsichtiger geworden. Der Anschlag hat unser Denken verändert, unsere Sicherheit verschärft und uns als Menschen Angst gemacht. Doch was, wenn sich dieser Anschlag wiederholt? Und niemand was dagegen tun kann…? Was, wenn es in deiner Hand liegt, ob 164 Menschen sterben, oder über 70.000? Was, wenn dein Vorgesetzter es dir verbietet? Wenn du mit ansehen musstest wie eine Katastrophe passiert, ohne das du einschreiten darfst, obwohl du es kannst? Du kannst es verhindern, aber dein Leben wird nie wieder so sein wie es war. Wie würdest du dich entscheiden? Mit diesen Fragen konfrontiert Ferdinand von Schirach den Leser in seinem Buch “Terror”. Wir dürfen einen Gerichtsprozess verfolgen, bei dem Argumente von allen Seiten auf uns hereinprasseln und wir am Ende die Entscheidung treffen müssen: Freispruch oder Verurteilung. Auch wenn das Buch nur aus Dialogen bestand, riss der Spannungsbogen von der ersten Seite ab absolut nicht ab. Wie man es aus den ganzen TV-Shows kennt, war es im Gerichtssaal ein wildes hin und her mit fiesen Fragen, vagen Antworten und noch fieseren nachfragen. Für mich als Leserin absolut spannend und fesselnd, dabei auch immer die Frage im Nacken: Was hätte ich getan? Schirach weiß es absolut seine Leser zu fesseln und sie mit einem moralischen Debakel alleine zu lassen. Ein recht kurzweiliges Buch, welches einen aber verloren zurück lässt. Die Rede am Ende des Stücks, bezogen auf den Anschlag vom siebten Januar 2015, war auf den punkt getroffen und perfekt. Ich konnte das Buch in einem Rutsch lesen, war nicht in der Lage es wegzulegen und daher bleibt mir nichts anderes übrig als hier für 5 Sterne zu vergeben, wenn auch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung, denn nicht jedem mag diese Art von Geschichte liegen.

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