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stinsome

Posted on 3.4.2020

Von Olivia Miles habe ich bereits »Weihnachten in Briar Creek« gelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Ich war also schon mit dem Schreibstil der Autorin vertraut und habe mir einiges von der Geschichte erhofft, vor allem auch, weil sie ein Thema anschneidet, das ich in Liebesromanen eigentlich ganz gerne lese: das Führen einer Fake-Beziehung. Mittlerweile merke ich aber, dass ich des Themas auch langsam überdrüssig werde, weil man es wirklich unheimlich oft zu lesen bekommt, und letztendlich scheint auch jede dazugehörige Geschichte sehr ähnlich zu sein und nichts Neues mehr zu bieten. Leider trifft das auch auf »No Sweeter Love« zu, auch wenn man der Autorin zugestehen muss, dass sie zumindest mit einigen Erwartungen bricht. Olivia Miles‘ Schreibstil liest sich auch hier wieder sehr angenehm, sie schreibt leicht, ohne drückende Töne, entwirft authentische Dialoge und sympathische Figuren, die aber nur eine sehr geringe Tiefe aufweisen. Sowohl Claire als auch Ethan habe ich auf den ersten Blick liebgewonnen und vor allem mit Claire von der ersten Sekunde an mitgefühlt, weil man direkt in ihre „Probleme“ hineingeworfen wird. Besonders imponiert hat mir die starke Freundschaft zwischen den beiden, weshalb es mir nicht schwerfiel, auf mehr zwischen ihnen hinzufiebern, da die Chemie und die Verbindung zwischen ihnen sehr glaubwürdig rüberkamen. Wegen der klischeehaften Storygrundlage fehlte es der Geschichte aber leider erheblich an Spannung. Zwar erwartet man hier und da bestimmte Geschehnisse bzw. Verhaltensweisen der Figuren, die dann erfrischender Weise doch ganz anders kommen, aber im Grunde genommen weiß man eigentlich von Anfang an, wo die Geschichte hinführt. Es gibt die langsamen Annäherungen, den großen Knall und das Happy End – also keine Überraschungen, die etwas Spannung aufbauen würden. Mir persönlich fehlte es außerdem auch an den Schmetterlingen im Bauch und der kribbeligen Aufregung, die ich mir von Liebesromanen erhoffe – das hat hier völlig gefehlt. Die Liebesgeschichte ist ruhig und entspannend, aber leider auch kaum Aufsehen erregend. Fazit Eine Liebesgeschichte für zwischendurch, bei der man entspannen und abschalten kann, die aber leider ohne Bauchkribbeln daherkommt und alles andere als innovativ ist. Bedauerlicherweise verpasst man nichts, wenn man sie nicht liest. 3,5 Sterne.

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