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travlinbone_nika

Posted on 2.4.2020

„Die Farbe von Milch“ ist ein kurzweiliges Buch, dass man trotz irritierendem Schreibstil zügig lesen kann. Zwar verstehe ich den Gedanken hinter diesem außergewöhnlichen Schreibstil – die Protagonistin lernte das Schreiben nur in dessen Grundzügen –, dennoch war er für mich letztendlich doch zu befremdlich für einen schönen Lesegenuss. Aber das will dieses Buch eigentlich auch gar nicht sein. Behandelt wird in diesem knapp 200 Seiten langen Buch nämlich eine sehr unschöne Geschichte. Während die Charaktere durchaus eine eigene Persönlichkeit erhielten, blieb diese doch sehr einfach gestrickt. Probleme anderer Figuren wurden erwähnt, aber für meinen Geschmack zu wenig ausgebaut. Auch das Ende der Protagonistin kam mir letztendlich zu schnell. Von Seite zu Seite baut sich das unausweichliche Geschehen auf, nur um dann innerhalb weniger Seiten sein rapides Ende zu finden. Meinem Empfinden nach hätte das Werk gut und gerne weitere 50-100 Seiten länger und dafür ausgereifter sein können. Doch auch hier liegt die Erklärung wohl in der Art des Schreibstils. Ein junges Bauernmädchen schreibt nicht hochdurchdachte Romane, sondern tagebuchartig. Aber obwohl mir all diese Umstände klar sind und ich den Gedanken dahinter nachvollziehen kann, mich konnte die Geschichte so leider nicht vollends packen. Stattdessen blieb ich ein wenig enttäuscht zurück, als „endlich“ das passierte, von dem der Leser von Seite eins an wusste, es würde geschehen. Natürlich ist das Motiv im Buch lesenswert, besonders wenn man hier sehr leicht aktuelle Bezüge herstellen kann.

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