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zeilenregen

Posted on 30.3.2020

„Mein Herz legte einen Zahn zu. Ich spürte, wie es in meiner Brust wummerte. Es gab unendlich viele Dinge, die unausgesprochen zwischen uns standen. Unsere kaputte Vergangenheit umgab uns wie eine dunkle Wolke und schien uns zu ersticken.“ Es ist immer wieder toll, ein Buch zu lesen, dass sich sofort wie nach Hause kommen anfühlt. Man ist ab Seite eins voll dabei und fiebert mit. Bevor man sich versieht ist es spätabends und man kommt auf der letzten Seite an, höchstwahrscheinlich mit ein paar Tränen in den Augen (oder mehr als ein paar). Man liest die letzten Seiten nochmal und nochmal, bis man irgendwann das Buch schließt, einfach nur festhält und sich durch den Kopf gehen lässt, was man gerade erlebt hat. Ja, erlebt – man war voll dabei, steckte tief in der Welt der Charaktere drin und möchte sie noch nicht verlassen. „Dream Again“ ist genau so ein Buch. Ich habe es in einem Tag verschlungen und Seite für Seite wurde mein Herz zerrissen und Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Worum geht es überhaupt? Judes großer Traum, in Hollywood erfolgreiche Schauspielerin zu werden, hat sich in Luft aufgelöst. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als bei ihrem großen Bruder in Woodshill unterzukommen. Dummerweise wohnt dieser mit seinen Kumpels zusammen und einer von ihnen, Blake, ist Judes Ex. Auch Blakes Traum, erfolgreicher Sportler zu werden, scheint nach einem Unfall fast unmöglich geworden zu sein, noch dazu hatte ihm die Trennung übel zugesetzt, was ein Wiedersehen mit Jude nicht gerade erfreulich macht. Schon bald müssen sie sich die Frage stellen, ob sie das Risiko eingehen dürfen, der immer noch starken Anziehungskraft nachzugeben… Jude, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, war mir sofort sympathisch. Sie hat einen liebenswürdigen Charakter und ist mit ihrer Art direkt in mein Herz spaziert. Zu Blake muss ich vorher sagen, dass ich mich seit „Hope Again“ total auf ihn gefreut habe, ich musste einfach seine Geschichte erfahren. Und, oh mein Gott, ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Er hat Spencer aus „Trust Again“ und Isaac aus „Feel Again“ in den Schatten gestellt und ist mein liebster Book-Boyfriend der Again-Reihe. Zwischendurch wollte ich ihn einfach nur in den Arm nehmen, wenn es ihm mies ging. Generell habe ich mit Jude und Blake absolut mitfühlen können. Ihre Geschichte ist absolut traurig, rührend aber auch wundervoll. Noch dazu kommt, dass die Spannung und Anziehung zwischen den beiden wahnsinnig gut geschrieben wurde. Apropos, mal ein paar Worte zum Schreibstil: genial. (Ok, das war ein Wort, aber das fasst es gut zusammen.) Es ist locker und liest sich total angenehm, aber die Beschreibungen der Charaktere und Gefühle sind wundervoll, noch dazu sind zwischendrin immer wieder herzergreifende Momente, die einfach total schön formuliert wurden. Manchmal hätte ich mir vielleicht noch Blakes Sicht gewünscht, aber das ist ja in der ganzen Reihe nicht so, von daher ist das schon in Ordnung so. Besonders gefallen haben mir auch zwischendurch immer wieder die Rückblenden. Nicht zu vergessen, es gibt so einige Momente, in denen ich einfach nur lachen musste. Oder Momente, in denen einfach nur dasaß und die Charaktere und vor allem die Gedanken von Jude absolut nachvollziehen konnte, weil ich selbst schon mal in so einer ähnlichen Situation war. Worauf ich noch kurz eingehen möchte, sind die Nebencharaktere. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass zwischendurch immer mal wieder die Charaktere aus den vorherigen Büchern aufgetaucht sind. Über die Mitbewohner von Ezra, Judes Bruder, hätte ich gern noch mehr erfahren, aber ich möchte generell immer alles über jeden Charakter erfahren, von daher ist das jetzt nicht ganz so weltbewegend. Wer aber vielleicht eine eigene Geschichte verdient hätte, wäre Ezra. Man erfährt einiges über ihn, was mich echt neugierig gemacht hat… Wie in jedem Buch der Again-Reihe habe ich mich während des Lesens von „Dream Again“ extrem wohlgefühlt. Auch das Ende finde ich echt schön und auch passend für die Reihe. Die hier besonders fokussierte Thematik wurde gut rübergebracht und, ohne zu viel zu verraten, das Ende war passend für die Reihe. Natürlich nimmt man nie gern Abschied von einer Reihe, aber dieses Ende ist wundervoll. Lange waren „Trust Again“ und „Feel Again“ meine Favoriten, aber „Dream Again“ hat sie übertroffen. Definitiv 5 von 5 Sternen und eine absolute Empfehlung!

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