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Babscha

Posted on 4.3.2020

Aha, der neue Ikea-Katalog ist raus! Das ist der erste Gedanke, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt. Und tatsächlich: Die absolute Ähnlichkeit zwischen den Büchern ist so frappierend wie gewollt. Denn im vorliegenden Buch geht es ebenfalls um ein Möbelhaus, nämlich die Niederlassung von "Orsk" in Cleveland, Ohio. Dort spielen sich zunächst mal die gleichen täglichen Geschehnisse bei Kunden und Mitarbeitern ab wie hierzulande in dem allseits bekannten Discounter. Mit einem Unterschied: Eines Tages sind bei Orsk eigenartige Vorgänge zu beobachten, die sich täglich wiederholen. Immobiliar und Ware wird über Nacht zerstört oder verschmutzt, obwohl der Laden dann hermetisch verschlossen ist. Die neurotische Geschäftsleitung weist deshalb drei Mitarbeiter an, eine komplette Nacht in den verwinkelten Gängen des Geschäfts "auf Streife" zu gehen, um der Sache auf den Grund zu kommen. Als es dann losgeht, zeigen nicht nur diese ausgewählten schrägen Protagonisten, sondern auch das Gebäude selbst sein wahres schreckliches Gesicht. Ein Buch mit Licht und Schatten. Toll gemacht und sehr unterhaltsam ist die durchgängige optische und redaktionelle Aufbereitung im Ikea-Stil. Leider lässt die eigentliche story dann doch etwas zu wünschen übrig und kommt erst nach zwei Dritteln des Werkes einigermaßen in Schwung. Ein Rahmen, der hier eigentlich Raum für eine ausgefeilte Dramaturgie geliefert hätte, verkommt schnell zu splattermäßigem, sich gleichartig wiederholendem Horror ohne Highlights oder besondere Ideen. Das ist dann doch etwas fade und ermüdend an der Grenze zur Langeweile. Der gut gemachte "Epilög" kann zum Glück dann noch ein bisschen was rausreißen. Aber was soll's, außergewöhnlich ist das Ding auf jeden Fall. Insgesamt und mit Blick auf die Optik für mich ganz knappe drei Sterne.

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