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collectionofbookmarks

Posted on 3.3.2020

Es ist schon zur Tradition geworden, dass ich jedes Jahr im Oktober mindestens eine Schauergeschichtensammlung in die Hände nehme. Pünktlich dafür erschien das neue Königskind "Der 13. Stuhl" auf dem deutschen Buchmarkt und ergatterte sich damit sehr schnell einen Platz in meinem Regal. Ich erwartete eine Vielzhal an düsteren Erzählungen mit offenen Enden und Gänsehautmomenten, was mir dieses Buch nur teilweise geben konnte. Dafür überraschte es jedoch durch seine abwechslungsreiches Zusammenstellung. Verbunden wurden die unterschiedlichen Erzählungen durch eine sehr unheimliche Rahmenhandlung, die mir am Buch eigentlich am besten gefiel. Jeder der dreizehn Stühle stand für eine Person und ihre Geschichte, die mal mehr, mal weniger gruselig war. Mit den einzelnen Personen änderten sich allerdings nicht nur Thema und Handlung, sondern auch der Stil der Erzählung, sodass man beim Lesen wirklich das Gefühl hatte, immer wieder einer neuen Person zuzuhören. Bermerkenswert war außerdem, dass sich nur wenige der Geschichten - trotz des dunklen, geisterhaften Covers - an den bekannten Gruselfaktoren wie Nacht, Dunkelheit, Stille, Monstern etc. bedienten und den Leser (oder jedenfalls mich) eher mit beklemmenden Gefühlen zum Erschaudern brachten. Oftmals kann man nur erahnen, was auf der nächsten Seite auf die Hauptfiguren zukommt, und wird vom jeweiligen Erzähler dann mit seiner Fantasie allein gelassen.  Ich mag solche Geschichten eigentlich sehr, und so haben mir auch viele aus dieser Sammlung gefallen. Dennoch muss ich gestehen, dass ich ebenso viele auch sehr durchschaubar fand, sie mich also nicht überraschen konnten (was manchmal auch am verräterischen Titel lag, der bereits spoilerte). Vielleicht war das vom Autor auch so gewollt, aber ich muss gestehen, dass ich mir ein wenig mehr Grusel und Grauen gewünscht hätte. So war "Der 13. Stuhl" zwar durchaus unterhaltsam, aber keine der besten Gruselsammlungen, die ich je gelesen habe.

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