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Peanut

Posted on 18.2.2020

Die Handlung ist definitiv mal etwas anderes und durchaus interessant. Es gibt viele doch teils sehr überraschende Wendungen. Durch die vielen detaillierten Beschreibungen kann man sich alles gut vorstellen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Am Besten empfand ich die Rückblicke in die Vergangenheit, da die Handlung so spannend war. In der zweiten Hälfte des Buches überschlagen sich die Ereignisse und ich empfand sie auch besser als die erste Hälfte, die sich ziemlich hinzog. Vor allem der Charakter Nick wurde gut dargestellt und auch Laura ist ein sehr komplexer Charakter mit viel Tiefe. Stellenweise ist der Handlung sehr langatmig, auch wenn der Handlungsverlauf an sich sehr rasant ist und vor allem die Reise von Andrea erschien endlos. Andrea wiederholt gefühlt ständig die selben Gedankengänge und irgendwann hat das einfach nur noch genervt. Für mich erschien Andrea auch nicht wie eine 31-jährige Frau, da sie doch sehr unselbständig wirkt und gefühlt keinen Satz zu Stande bringt. Es gibt sehr viele Charaktere und für meinen Geschmack waren es einfach viel zu viele. Es gibt im Grunde nur zwei Handlungsstränge. In dem einem erzählt Laura was in der Vergangenheit passiert ist und in dem anderen Andrea über das was gerade jetzt passiert. Bei jedem Kapitel wird explizit ein Datum angegeben und so weiß man immer wo man sich gerade befindet. Fazit: Ich habe definitiv schon bessere Bücher von Karin Slaughter gelesen, jedoch ist das Buch trotz der Kritikpunkte sehr gut und auch lesenswert. Es ist im Gegensatz zu ihren anderen Büchern nicht ganz so düster oder brutal, aber trotzdem enthält es teils sehr grafische Szenen. Es hat mich auch gut unterhalten, weshalb ich es in nahezu einem Stück durch gelesen hatte. Das Buch ist definitiv nichts für jemanden mit schwachen Nerven, da es hier explizit um die Themen Gewalt und Missbrauch geht. Für mich ist es eher ein Buch aus dem Genre Mystery als ein Thriller. Es bezieht sich zudem auf aktuelle Themen wie Gewalt gegen Frauen und ein korruptes Gesundheitswesen, welches möglichst viel Profit auf Kosten der Patienten machen will. Aber auch das Thema Aids speziell in den 80er Jahren wird aufgegriffen. Im Gegensatz zu ihren anderen Buchreihen ist das Buch nicht aus der Sicht von Polizisten/Ermittlern oder einem Coroner geschrieben. Stattdessen wird die Handlung ausschließlich aus der Sicht von Laura und Andrea erzählt, die trotz Andreas Job wenig mit dem Ganzen zu tun haben.

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