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nadines_buecher

Posted on 16.2.2020

David Nicholls nimmt uns mit - emotional und inhaltlich. Wir erleben den Beginn der ersten Liebe von Charlie Lewis, gerade mit der Schule fertig, perspektivlos, in jeder Hinsicht Mittelmaß, mit schwierigen Familienverhältnissen und von Testosteron und Gewalt geprägten Jungsfreundschaften. Zufällig - oder sollte man von Schicksal sprechen - begegnet er auf der täglichen Flucht vor seinem depressiven Vater und den deprimierenden Verhältnissen zuhause Fran Fisher. Sie hat sich einem Theater-Workshop angeschlossen, soll die Hauptrolle in der Shakespeare-Aufführung - was kann es anderes sein als Romeo und Julia - spielen. Ist sie das Gegenstück zu Charlie, weil sie eine Privatschule besucht hat, ein nettes und unterstützendes Elternhaus hat und ihr aufgrund guter Noten die Berufswelt offen steht? Da Charlie Fran nicht aus dem Kopf geht, schließt er sich tatsächlich der Theatergruppe an. Auch wenn er täglich mit dem "ich geh' nicht mehr hin" kämpft. Ähnlich muss man bei der Lektüre mit den detaillierten Beschreibungen der Tage und Übungen des Workshops und Shakespeares Stück kämpfen. Bis man zu den eingeschobenen, erlösenden Zwischenkapiteln kommt, die uns einen Blick in Charlies Zukunft werfen lassen. Schließlich kommt man zu dem Schluss, dass alles gut ist so wie es ist. Und das ist schön. Ein hoch auf die erste Liebe und unterstützende, bedingungslose Freundschaften, die das beste aus dem Ich herausholen und Leben verändern können. Das Cover mit der Sommerwiese und Schmetterlingen unterstützt das, ebenso wie der aus auf den ersten Blick gegensätzlichen Worten bestehende Titel.

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