Profilbild von Ladybug

Ladybug

Posted on 15.2.2020

Grandioser Plot völlig langweilig umgesetzt - SCHADE! Katy zieht mit ihrer Mutter von Gainsville in Florida nach West Virginia in ein kleines Örtchen namens Ketterman. Drei Jahre ist ihr Vater nun schon tot und ihre Mutter will einen Neuanfang wagen. Katy lernt ihre Nachbarn Daemon und Dee kennen, freundet sich mit Dee sofort an und gerät ebenso schnell mit Deamon aneinander. Zwar bemerkt Katy, dass mit den beiden einiges irgendwie nicht stimmt, aber was genau das ist, versteht sie erst, als sie höchstpersönlich einer tödlichen Gefahr gegenübersteht ... Die Grundidee der Story ist einfach klasse – aber ich habe nichts davon mehr mit ans Ende des Buches nehmen können, es hat sich einfach verlaufen. Von den 400 Seiten braucht Katy volle 200, um endlich mal zu merken, dass irgendetwas ganz und gar nicht normal ist mit ihren Nachbarn. Trotz unzähliger Hinweise und Vorkommnisse bleibt sie ewig lang blind für das, was direkt vor ihrer Nase passiert. Für mich ist das nicht unterhaltsam. Für meinen Geschmack werden einige Dinge einfach zu oft gesagt, andere gar nicht. Wieder und wieder erfahren wir z.B., dass sich Katy zu Deamon hingezogen fühlt, ihn aber hasst. Nicht ein Wort dagegen fällt über die Freunde aus Florida. Jeder andere Teenager würde zumindest per Mail mit ein paar der ehemaligen Klassenkameraden in Kontakt stehen. Der Hass von Ash, Adam und Andrew macht auch wenig Sinn für mich. Abstand aus Gründen der Sicherheit: ja. Aber diese Form der Ablehnung ist ein wenig krass und unlogisch. So bahnt sich zwar eine Romanze an, aber ganz langsam – nicht romantisch langsam, sondern nervig langsam. Die Spannung ist entsprechend ähnlich – für meinen Geschmack auf einem zu niedrigen Niveau und erst gegen Ende ansteigend (da allerdings ahnt man den Verlauf schon). Es fällt häufiger der Satz: „Sei leise!“ – gemeint ist aber eher „Sei still!“ oder krasser: „Halt die Klappe!“. Mich persönlich stört das extrem. Auch einen Sinnfehler habe ich gefunden (ich möchte aber nicht spoilern), der mich irritiert hat. Die Protagonisten sind für meine Geschmack zu stereotyp. Die Bösen nur böse, die Guten nur gut, entweder geliebt oder gehasst. Lesa und Carissa gefielen mir fast noch am besten, nur kamen sie leider nur am Rande ins Spiel. Deren Parts hätte ich sehr gern ausgebauter gelesen. Simon ist der typische „Anti-Schwiegermutter-Typ“: ein Sportler, der wenig für die Schule macht, aber viel trinkt und einen enormen Mädchenverschleiß hat (aber trotzdem fallen sie reihenweise auf ihn herein). Das ist mir zu sehr mit der Moralfahne geschwungen und Teenie-Leser beeinflusst, gefällt mir nicht. Lesen lässt sich das Buch ansich recht locker und flott, nur driften die Gedanken beim Lesen gern ein wenig davon, weil sich zu viel zu oft wiederholt. Vorwärts kommt die Story kaum. Insgesamt hätte dieser erste Band auch locker auf 150 Seiten spannend und komplett erzählt werden können. So schön der Grundgedanke des Plots war – so weit bin ich davon entfernt, die weiteren Teile zu lesen. Von mir daher nur zwei Sterne. Mehr wäre unfair den anderen Büchern gegenüber, die ich bisher gelesen habe und noch lesen werde. Da ich sehr gerne Jugendbücher lese, wenn der Plot nicht zu flach ist, hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, zumal die Vorschusslorbeeren gewaltig waren. Allerdings wurde meine Vorfreude kein bisschen erfüllt. Das finde ich sehr schade, denn man hätte aus dem Plot echt was herausholen können.

zurück nach oben