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kikisbookshelf

Posted on 12.2.2020

Inhalt: Für den kleinen August steht eine besonders aufregende Zeit an: er kommt in die fünfte Klasse. Dass er vorher noch nie auf einer richtigen Schule war und außerdem seit seiner Geburt ein furchtbar entstelltes Gesicht hat, vereinfacht die Sache nicht unbedingt. Doch in der Schule trifft er nicht nur auf den erwarteten Widerwillen, der ihm schon sein ganzes Leben lang entgegen gebracht wird, sondern er erfährt auch, was wahre Freundschaft ist. Und was "mutig sein" wirklich bedeutet... Meine Meinung: Ich hatte zuvor bereits den Film gesehen und fand ihn unglaublich toll. Direkt danach musste ich mir natürlich das Buch kaufen, auf dem er basiert, da diese Geschichte mich nicht loslassen wollte. Und ich bin so froh darüber, das Buch auch gelesen zu haben, denn es war mindestens genau so toll. Wie im Film wird dieser Abschnitt aus Augusts Leben aus verschiedenen Perspektiven erzählt: sowohl natürlich aus seiner eigenen, als auch beispielsweise aus der seiner Schwester Via oder seiner Freundin Summer und noch vielen weiteren Charakteren dieses Buches. Das fand ich unglaublich toll, denn sein Leben hat ja nicht nur ihn selbst beeinflusst, sondern auch so viele Menschen um ihn herum. Palazzos Schreibstil fand ich sehr angenehm. Er war absolut kindgerecht, aber auch für Erwachsene perfekt geeignet. Die Kapitel waren sehr kurz, teilweise sogar nur eine Seite lang, doch das fand ich persönlich sehr angenehm. Allerdings habe ich mich gefragt, wieso die Kapitel aus Justins Sicht ohne Groß- und Kleinschreibung geschrieben waren, was das Lesen teilweise wirklich erschwert hat und außerdem für mich irgendwie keinen Sinn ergeben hat. Falls ihr wisst, was es damit auf sich hat und euch jetzt denkt "Man, Kiki, wie blöd bist du eigentlich?", dann klärt mich doch bitte auf! :D Ich finde, dass Palacio die vielen inneren Konflikte der einzelnen Charaktere unglaublich toll herübergebracht hat. Ich habe so mit August gelitten, wenn eines der anderen Kinder gemein war; ich konnte mich in Via hineinversetzen, die ihren Bruder einerseits über alles liebt, aber andererseits natürlich immer in seinem Schatten steht (wobei ich zugeben muss, dass Film-Via mir etwas sympathischer war als Buch-Via); ich habe Augusts Freunde verstanden, die es nicht immer nur leicht fanden, mit ihm befreundet zu sein. Das ganze Buch über habe ich mich irgendwie so zerrissen gefühlt und konnte daher die Gefühle der Charaktere so gut verstehen. Als dann abschließend Mr. Pomans Rede kam, hab ich geheult wie ein Schlosshund! Mr. Poman hat mich die ganze Zeit irgendwie an Dumbledore erinnert, so ruhig und weise, und er war so eine wunderbare Stütze für August seine Familie und seine Freunde. So einen Schulleiter wünscht man sich für jede Schule. Und wo wir gerade bei dem Thema Schule sind: Ich bin absolut der Meinung, dass dieses Buch als Pflichtlektüre in der Unterstufe eingeführt werden sollte. In diesem Alter beginnt der lange und schwierige Übergang vom Kind-Sein zum Erwachsen-Sein und nicht selten stehen dabei Mobbing und unbedachte, verletzende Kommentare an der Tagesordnung. Dieses Buch kann Kindern auf einfühlsame Weise verdeutlichen, wie wichtig es ist, freundlich zueinander zu sein, auch wenn man manchmal vielleicht persönlich nicht so gut mit einer anderen Person klar kommt, und wie furchtbar betroffene Menschen unter Mobbing leiden müssen. Es kann ihnen verdeutlichen, welche Auswirkungen ihre Worte und Taten haben können. Fazit: Dieses wundervolle Buch muss einfach jeder gelesen haben; Kind oder Teenager oder Erwachsener, Junge oder Mädchen.

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