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meinbuecherchaos

Posted on 9.2.2020

Vor dem Lesen hatte ich zwar schon ein bisschen was von dem Buch gehört, wollte aber möglichst unvoreingenommen heran gehen. Die Meinungen sind zwar durchweg positiv, aber hohe Erwartungen haben mir schon das ein oder andere Buch versaut. Zum Glück war das hier nicht der Fall, auch wenn ich den Einstieg als doch sehr ungewohnt empfunden habe. Dies lag vor allem daran, dass ich eher selten Bücher aus einer reinen männlichen Perspektive lese. Man gewöhnt sich doch sehr an die weiblichen Sichtweisen und Gedankengänge. Nach den ersten Kapiteln hatte ich mich daran gewöhnt und der Lesespaß konnte losgehen. Der Schreibstil war flüssig gehalten, sodass die 336 Seiten nur so dahin flogen. Wie oben bereits geschrieben wird das ganze Buch aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Dean erzählt. Die Autorin schreibt unter anderem sehr realistisch und spannend, weshalb das Buch sehr authentisch wirkte. Ein weiterer Grund dafür, dass das Buch so realistisch und authentisch wirkte ist, dass es nicht sonderlich weit in der Zukunft spielt. Ein solches Horrorszenario ist also nicht undenkbar und könnte uns in geraumer Zeit auch treffen. Das Buch beginnt recht unspektakulär. Dean und sein Bruder Alex kommen fast zu spät zum Bus für die Schule, aber zu ihrem Glück erreichen sie ihn noch rechtzeitig. Nach kurzer Fahrzeit geschieht das Unglaubliche - es fallen riesige Hagelkörner vom Himmel, die den Bus zerstören und viele Kinder das Leben kosten. Gerade mal 14 Kinder können sich in einem nahe gelegenen Supermarkt in Sicherheit bringen. Doch wer schon denkt, dass das Weltuntergangsszenario vollständig ist, hat sich geirrt. Durch das Unwetter entkommen in einer nahe gelegenen Chemiefabrik Giftstoffe, die sich wie eine riesige Wolke über den kompletten Horizont legt. Je nach Blutgruppe haben diese Chemikalien andere Wirkungen - von schlimmen Hautverätzungen, über starke Aggressionen bis hin zu paranoiden Zuständen. Die Charaktere könnten auch nicht unterschiedlicher sein. Von den coolen Kids, über die eher schüchternen und zurückhaltenden sind alle in dem Einkaufszentrum vertreten. Da die Altersgruppen von der Grundschule bis hin zur High School breit gefächert sind, sind die Probleme und Reibeleien natürlich schon vorprogrammiert, besonders wenn so viele unterschiedliche Menschen auf einem Haufen um das Überleben kämpfen. Die Geschichte hat mich vor allem in ihrem Bann gezogen, da neben den alltäglichen Situationen wie Essen zuzubereiten die Bedrohung außerhalb des Einkaufszentrums immer präsent bleibt. Die Kids haben keine Ahnung wie es draußen aussieht und ob ihre Freunde, Familie oder Bekannte noch am Leben sind. Trotzdem geben sie nicht auf und versuchen das Beste aus der scheinbar ausweglosen Situation zu machen. Der Trilogieauftakt von Emmy Laybourne konnte mich nach Anfangsschwierigkeiten doch noch von sich überzeugen. Ein Weltuntergangsszenario ist zwar nicht die neuste Idee, aber die Autorin hat sie sehr gut umgesetzt und mit den gefährlichen Chemikalien noch etwas Neues, Frisches mit eingebaut. Für die volle Punktzahl hat mir noch das gewisse Etwas gefehlt, aber das kann im zweiten Band ja noch kommen.

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