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papierfliegerin

Posted on 11.2.2020

Auch in diesen Band steigen wir wieder kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs in die Geschichte ein – dieses Mal jedoch unmittelbar bevor Callum und seine Freunde ans Magisterium zurückkehren. Da jedoch nicht der Unterricht bevorsteht, sondern etwas ganz anderes, fand ich den Sprung in die Geschichte sehr erfrischend und obwohl es Parallelen gibt zu seinen Vorgängern, auch neu und erfinderisch. Das Autorenduo hat sich hier bewusst dafür entschieden, den Einstieg etwas anders zu gestalten, als in Band 1 + 2 und auch die Art von Spannung, die hier prompt ins Spiel kommt, unterscheidet sich deutlich von dem, was wir als Leser der Vorgänger, bereits kennenlernen durften. Mir persönlich gefiel der Einstieg noch besser; wurde vom Geschehen noch mehr mitgerissen und sah in diesem Anfang noch mehr Potential. Ich war zugegebenermaßen sehr überrascht von dem Mut der beiden Autorinnen, denn schon auf den ersten Seiten gibt es einen Plot, der es in sich hat und den Verlauf der restlichen Geschichte maßgeblich beeinflusst. Bereits in Band 1 + 2 habe ich bemängelt, dass ich Call oftmals ein wenig zu kopflos fand, was seine Aussagen betraf. Immer wieder gab er „Zeugs“ von sich, das mich dazu brachte, die Augen zu verdrehen und zu denken „das hat er jetzt nicht gesagt, oder?“. Denn in den meisten Fällen fand ich ihn äußerst sympathisch und nett, lediglich unterbrochen durch seine verbalen Aussetzer. Auch dass er vieles bzw. dass er quasi alles auf sich projeziert und oft sehr von sich eingenommen scheint, hinderte mich daran, ihn als perfekten Protagonisten zu betiteln. In Band 3 verschwanden diese Probleme nicht; aber ich spürte dennoch eine Entwicklung und somit Besserung, und das machte bereits einiges aus. Logisch; die drei Freunde werden älter und somit auch reifer und verloren einiges von ihrer Naivität; aber es sind nach wie vor junge Teenager, die ein gewisses Maß an Kindlichkeit definitiv brauchten und auch hatten. Callum glänzte wieder durch Mut, Loyalität und Ehrlichkeit, durch unerbittlichen Kampfgeist und durch seinen Sinn für Gerechtigkeit. Manchmal schweifen seine Gedanken in etwas seltsame Richtungen; doch zum Glück war das eher die Seltenheit in diesem dritten Band. Ich mochte ihn einfach gerne, deutlich mehr als in den Vorgänger-Bänden und ich schloss ihn nun ein für alle Mal ins Herz. Über seine kleinen Macken konnte ich hier auch wesentlich besser hinwegsehen – oder sie fielen mir nicht so stark auf; das ist natürlich auch möglich. Tamara war jedoch weiterhin mein liebster Charakter! Sie hatte einfach alles, was ich mir von guten Protas wünsche: humorvoll, empathisch und genau so mutig und loyal wie Call. Sie begeisterte mich immer wieder durch ihre Intelligenz und ihr Engagement, ihre Bodenständigkeit und ihr überaus großes Talent, Zeichen richtig zu deuten und Pläne ordentlich auszuarbeiten. Rein vom Gefühl her hätte sie auch eine astreine Erwachsene sein können und das imponierte mir. Der dritte im Bunde, Aaron war wieder gewohnt undurchsichtig und geheimnisvoll. Schon in der Rezension zu Band 2 hatte ich angemerkt, dass er zwar ein sehr guter Freund für die zwei anderen Teenies war, ich aber keine Ahnung hatte, ob ich ihm vertrauen konnte – daran hat sich nichts geändert. Ich möchte ihn als Freund sehen; als treuen Begleiter von Callum; aber ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob er nicht doch ein Geheimnis hütet, das allen noch gefährlich werden könnte. Ansonsten treten in Band 3 auch noch einige neue Figuren auf, die mir soweit alle gut gefallen haben. Besonders gut fand ich, wie das Autorenduo den Leser mit dem ein oder anderen Charakter auf völlig falsche Fährten lockte – bei mir gelang das jedenfalls wunderbar und ich war unglaublich überrascht, wie sehr ich mich in so manchem geirrt hatte. Atmosphärisch, düster und geheimnisvoll. Diese drei Worte beschreiben den Stil der beiden hochkarätigen Autorinnen nahezu perfekt. Wieder war ich von dem Lese-Feeling absolut gefangen und fühlte mich regelrecht mitgerissen und direkt unter die Erde ins Magisterium versetzt. Dazu kommt, dass ich die Stimme von Oliver Rohrbeck einfach genial finde und so passend für die Geschichte rund um Callum und Co. Ich glaube, dass es gerade Stil, Sprache und Sprecher war, was mich so enorm an das Buch gefesselt hat. Wieder hatte ich permanent ein klares Bild der Geschehnisse vor Augen und hatte überhaupt kein Problem damit, mir alles vorzustellen und mich fallen zu lassen. Großartig! Wirklich großartig! Da im vorherigen Teil der Geschichte noch einige Fragen offen geblieben sind, vermutete ich einiges an Zündstoff in diesem dritten Band. Dazu kam der große Knall beim Einstieg, der Ruder ebenfalls nochmal herum riss und eine Menge Action, Tempo und Spannung versprach. Und genau das war es auch, was uns in diesem dritten Teil erwartet: jede Menge Überraschungen und Wendungen an den richtigen Stellen; interessante und aufklärende Passagen und ein Protagonisten-Trio, das der Geschichte jede Menge Leben einhauchte. Ich war wieder sehr mitgerissen und total ans Geschehen gefesselt und fand die einzelnen Plots wirklich gut ausgedacht, ausgearbeitet und noch besser platziert. Immer wieder wurde ich als Leser auf falsche Fährten gelockt; nur um anschließend völlig überrumpelt von den entsprechenden Auflösungen zu werden. Dennoch war meine Begeisterung in Band 2 einfach größer; und ich kann einfach nicht in Worte fassen, warum. Vielleicht, weil das Tempo hier in „Der Schlüssel aus Bronze“ ein wenig langsamer wirkte – als würde alles mit angezogener Handbremse geschehen. Vielleicht auch, weil ich in Band 2 den Ablauf einfach eine Nuance besser und interessanter fand. Dennoch kam auch in diesem dritten Band zu keiner einzigen Sekunde Langeweile auf – es gab ständig neue Erkenntnisse für die drei Hauptfiguren und sie hatten wieder ein fulminantes Schuljahr zu bewältigen. Das Ende konnte dem Ende des Vorgängers dann auch nicht gänzlich das Wasser reichen; war aber auch keineswegs schlecht, sondern einfach weniger explosiv. Alles in allem eine sehr gelungene Ausführung der Geschichte, nur eben kein absolutes Highlight, wie ich es mir erhofft hatte. FAZIT: „Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ von Cassandra Clare und Holly Black ist eine rund herum stimmige, mitreißende Geschichte, die ihren Vorgängern in nichts nachsteht. Es war wieder rasant, actionreich und voller Überraschungen. Dazu kam der weiterhin sehr düstere, geheimnisvolle und vor allem atmosphärische Schreibstil und der unglaublich grandiose Sprecher. Leider aber gefiel mir Band 2 der Reihe eine Nuance besser. Nichts desto trotz freue ich mich wie ein kleines Kind auf Band 4 der Reihe und kanns kaum erwarten, ihn endlich in ungekürzter Form hören zu können und zum Glück ist es am 28.01.2019 schon soweit.

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