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Susan Ryeland ist eine ehemalige Lektorin. In ihrem Berufsleben betreute sie einen eigenwilligen, aber erfolgreichen Krimiautor. Dieser ist aber inzwischen tot und ihr Lebensmittelpunkt hat sich nach Kreta verlagert, wo sie mit ihrem Lebensgefährten ein mehr oder weniger gut gehendes kleines Hotel betreibt.

So weit, so Klischee. Auffällige Parallelen zwischen einem Roman ihres einstigen Star-Autors und dem tatsächlichen Verschwinden einer jungen Frau in England führen sie dorthin zurück und nun soll sie den Fall aufklären – denn immerhin entstand der Roman kurz nach dem Aufenthalt des Krimi-Autors am Ort des Geschehens und die handelnden Figuren sind nur mühsam kaschierte Abbilder des Personalensembles vor Ort.

Horowitz ist ein geübter Kriminalautor, er weiß, wie man Fälle konstruiert und er steht unstrittig in der Tradition des klassischen englischen Kriminalromans. Das wird auch in diesem Roman offenkundig, er legt falsche und echte Fährten aus, reichert das Geschehen häppchenweise mit Details an und hält auf diese Weise alles in der Schwebe. Und natürlich wird Susan Ryeland die großzügige Unterstützung zunehmend versagt, je mehr unangenehme Fragen sie stellt und lieber unter dem Teppich gehaltene Geheimnisse ans Tageslicht holt. Dass der von der Familie favorisierte Täter dabei immer weiter entlastet wird, stützt ihre Position auch nicht gerade…

Horowitz baut noch eine Ebene ein, indem er den Roman »Atticus unterwegs« selbst, den seine Protagonistin damals lektorierte, in Gänze präsentiert. Das gibt den zusätzlichen Reiz, dass nun die Anspielungen, deren Kenntnis ja das Spezialwissen von Susan Ryeland sind, auch von den Horowitz-Leser:innen nachvollzogen werden können.

Mich allerdings hat das nicht überzeugt, ich empfand das eher als ermüdend. In Krimis, die nicht auf einen rasanten Plot ausgelegt sind, kann der besondere Reiz natürlich im Miträtseln liegen. Hier aber flutet Horowitz das Geschehen geradezu mit möglichen Anhaltspunkten, so dass ich nach einer Weile aufgegeben habe, hier noch etwas zusammenpuzzeln zu wollen. Das war auch nicht unbedingt nötig, denn tatsächlich ist die Auflösung keine echte Überraschung und nach der Lektüre von knapp 600 Seiten eher enttäuschend. So sehr ich den Reiz der Idee des Krimis im Krimi nachvollziehen kann – gelungen ist es hier nicht.
Der Tote aus Zimmer 12
Der Tote aus Zimmer 12
Anthony Horowitz
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