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Thaniel Steepleton führt ein geordnetes, sicheres und überschaubares Leben als Telegraphist im britischen Innenministerium. Für größere berufliche und sonstige Ambitionen hat er ein paar falsche Abzweige genommen, aber mit ein bisschen Glück und Durchhaltewillen könnte er bald stellvertretender Bürovorsteher werden - denn er ist verdammt gut als Telegraphist.

Es lässt sich schnell erahnen, dass mehr in diesem jungen Mann steckt, der im viktorianischen London versucht, sich und seine verwitwete Schwester finanziell abzusichern. Zumindest ging es mir so - und damit war ich jedenfalls schneller als der Protagonist, der erst einige Anstöße braucht, ehe er sich selbst und seinem Potential vertraut.

Dieses Wachsen der Figur des Thaniel Steepleton war ein besonderer Reiz, der Geschichte zu folgen, die mehrere auf einen Kulminationspunkt zulaufende Handlungsstränge vereint. Mir gefällt dabei besonders, dass Natasha Pulley es schafft, mit Keita Mori eine zwar überlegenen Mentorenfigur zu schaffen, ihn aber gleichzeitig zerbrechlich und anfällig zu gestalten. Das hat mir sehr gefallen und macht einen großen Teil des besonderen Reizes dieses Werks aus - denn »Mentor begleitet Schüler bei Aventüre, damit dieser seine Bestimmung findet« ist ein sehr altes Erzählmuster und sie bricht das sehr angenehm auf.

Wie ihr überhaupt die Figuren sehr gut gelingen, es sind sehr plastisch gezeichnete, lebensnahe Menschen, alle mit ihren ganz eigenen Motiven, Fähigkeiten und Unfähigkeiten. Dass sie es nebenbei noch schafft, die zahlreichen Uhrwerke und Maschinen mit so viel Liebe zum Detail zu schildern, dass sie geradezu lebendig wirken, ist mehr als nur ein i-Tüpfelchen.

Hier gibt es einen warmherzigen, spannenden, gut erzählten Roman zu entdecken.
Der Uhrmacher in der Filigree Street
Der Uhrmacher in der Filigree Street
Natasha Pulley
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3.6
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