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komm_mit_ins_bücherwunderland

Posted on 9.2.2020

Kein geeigneter Inhalt für die Altersgruppe *Wo ist die Handlung?* Das Cover von diesem Buch hat, wie sollte es auch anders sein, mal wieder meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich fand es direkt ziemlich faszinierend, auch wenn es eigentlich ziemlich schlicht ist und nicht wirklich was über die Geschichte verraten hat. Der Klappentext hat dann meine Neugierde noch zusätzlich entfacht, denn Geschichten, in denen es um besondere Fähigkeiten geht, lese ich eigentlich immer super gerne. Allerdings muss auch dazu gesagt werden, dass ich von Anfang an eher skeptisch an dieses Buch herangegangen bin. Denn die Meinungen, die ich bisher so mitbekommen habe, waren einfach so komplett unterschiedlich. Entweder wurde das Buch geliebt oder gehasst. Ich war als sehr neugierig, zu welchem Schluss ich wohl kommen würde. Ich nehme es jetzt auch einfach direkt mal vorweg: Dies hier wird keine sonderlich positive Rezension. Doch bevor ich jetzt anfange zu meckern, starten wir mit den positiven Aspekten. Da wäre zum einen der Schreibstil der Autorin, der mir wirklich ausgesprochen gut gefallen hat. Die Sätze lassen sich gut und flüssig lesen, und es gibt genügend Beschreibungen, damit man sich die einzelnen Situationen gut vorstellen kann. Ab und zu wurden die Beschreibungen, wie beispielsweise bei den Vorbereitungen für einen Ausflug, dann zwar doch ein bisschen ausschweifend, aber das war schon in Ordnung so. Als nächstes wäre da die eigentlich wirklich vielversprechende Grundidee, die mir echt gut gefallen hat. Es geht um ein Mädchen, die entdeckt, dass sie über eine besondere Fähigkeit verfügt. Sie muss deshalb lernen, ihre Gabe zu kontrollieren und verantwortungsvoll damit umzugehen. Ich finde, dass solche Szenarien eigentlich immer sehr viel Potential beinhalten. In diesem Fall wurde dieses Potential nur leider nicht ausgeschöpft. Denn für mich war das erste große Manko an diesem Buch leider die Geschichte und die Handlung an sich. Es passierte nach meinem Empfinden nach nämlich absolut nichts außer: Partys, dem Annäherungsprozess mit einem Jungen und die wiederholte Anwendung der eigenen Gabe. Ich habe hier eindeutig Handlungen vermisst, die die Storyline merklich voranbringen. So blieb der Handlungsverlauf für mich leider die ganze Zeit sehr unspektakulär und zudem noch sehr vorhersehbar, sodass ich mich beim Lesen leider gelangweilt habe. Da konnte auch das spannende Ende nichts mehr retten, denn dazu waren die restlichen 95% des Buches von der Spannung her einfach zu schwach. Ich denke hier erkennt man auch ganz gut, dass es sich bei diesem Buch um den Auftakt von einer Reihe gehört, auch wenn ich mir denke, dass man diesen ersten Band inhaltlich gut und gerne auf die Hälfte der Seiten runter kürzen könnte. Ein zweiter großer Kritikpunkt sind für mich die Protagonisten an sich und die Darstellung von Gewalt in diesem Buch. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Hannah, einer 16 jährigen Schülerin erzählt. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie konnte ich während der gesamten Geschichte keinerlei Beziehungen zu ihr aufbauen und mit ihr mitfiebern. Denn dazu hat sie mich einfach von ihrem Verhalten und ihren Gedankengängen her von Anfang an zu sehr genervt. Sie war oft überdreht und mit ihren ewigen Schwärmereien so übertrieben teeniehaft dargestellt, dass ich oft nur die Augen verdrehen konnte. Da habe ich bereits an ihrem Alter gezweifelt. Hinzu kam, dass sie sich dann auch noch ihren Freundinnen gegenüber richtig egoistisch und unsympathisch verhalten hat, seit sie ihre Gabe entdeckt hat. Das hat bei mir auch nicht gerade Sympathien geweckt. Der Punkt, an dem ich dann irgendwann richtig sauer wurde und überlegt habe, ob ich das Buch abbrechen soll, kam dann, als Hannah vermehrt Kontakt mit Jan hatte. Jan hat mir als Charakter von Anfang an gar nicht gefallen. Seine abweisende Haltung machte mich nicht neugierig, sondern ihn in meinen Augen einfach unsympathisch. Was mich dann richtig schockiert hat war, sein respektloser Umgang mit Hannah. Es gibt Beschreibungen, wie er Hannah mehrfach körperlich bedrängt, was mich echt schockiert hat, als ich an die Altersempfehlung gedacht habe. Und was noch viel schlimmer war: Hannahs Naivität! Sie hat ihn trotzdem angehimmelt und ihm direkt innerhalb von nur gefühlten zehn Seiten sofort verziehen. Sie ist ihm total verfallen und benimmt sich, als hätte sie ihr Gehirn komplett ausgeschaltet! Das finde ich als Message, die das Buch damit sendet wirklich mehr als fragwürdig. Mein Fazit: Dieses Buch hat mich leider ziemlich enttäuscht, weil es in meinen Augen einfach keine wirkliche Handlung hatte und ich die beiden Hauptfiguren sehr unsympathisch fand. Die Darstellung von Gewalt fand ich gerade für die empfohlene Altersgruppe einfach total Fehl am Platz und hat mich dermaßen schockiert, dass ich für dieses Buch leider keine Leseempfelung aussprechen kann. Ich vergebe 2 von 5 möglichen Büchern für den Schreibstil und die grundliegende Storyidee.

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