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ZUSAMMENFASSUNG
Was bedeutet Familie? Was heißt jüdisch sein? Der neue Roman von Jasmina Reza kreist um große Fragen – bissig, zärtlich und herzzerreißend komisch.

Die Geschwister Popper: Serge, verkrachtes Genie und homme à femmes, Jean, der Vermittler und Ich-Erzähler, und Nana, die verwöhnte Jüngste mit dem unpassenden spanischen Mann. Eine jüdische Familie. Nach dem Tod der Mutter entfremdet man sich immer mehr. Zu ihren Lebzeiten hat keiner die alte Frau nach der Shoah und ihren ungarischen Vorfahren gefragt. Jetzt schlägt Serges Tochter Joséphine einen Besuch in Auschwitz vor. Virtuos hält Reza das Gleichgewicht zwischen Komik und Tragik, wenn bei der touristischen Besichtigung die Temperamente aufeinanderprallen. Hinter den messerscharfen Dialogen ist es gerade die existentielle Hilflosigkeit dieser Menschen, die berührt.
BIOGRAFIE
Yasmina Reza, 1959 geboren, ist Schriftstellerin, Regisseurin und Schauspielerin und die meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin. Bei Hanser erschienen u.a. Glücklich die Glücklichen (Roman, 2014), Babylon (Roman, 2017), für den sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet wurde, Kunst (Schauspiel, 2018), Der Gott des Gemetzels (Schauspiel, 2018), Bella Figura (Schauspiel, 2019), Drei Mal Leben (Schauspiel, 2019) und Anne-Marie die Schönheit (2019). Für ihr Werk wurde sie zuletzt mit dem Jonathan-Swift-Preis 2020 und dem Premio Malaparte 2021 ausgezeichnet. Das Theaterstück Der Gott des Gemetzels wurde 2011 sehr erfolgreich von Roman Polanski verfilmt, hochkarätig besetzt mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly. Hinrich Schmidt-Henkel, 1959 geboren, arbeitet seit 1988 als Übersetzer für norwegische, französische und italienische Literatur. 2000 erhielt er den Jane-Scatcherd-Preis der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung und 2004 den Paul-Celan-Preis des Deutschen Literaturfonds.
MOJOS
Mojos von kingofmusic
kingofmusic
Hat mich leider in großen Teilen mehr enttäuscht als begeistert. Zu banal die Dialoge und unsympathische Charaktere. Einzig die Passagen in Auschwitz und Birkenau haben mich mitgerissen. 2,5 (3)*
REZENSIONEN
Bewertet von kingofmusic
kingofmusic
Genial banal

Lasst euch von der Überschrift nicht ablenken, liebe Leser:innen! Denn genial finde ich „Serge“ von Yasmina Reza (erschienen 2022 im Carl Hanser Verlag und aus dem Französischen übersetzt von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel) weiß Gott nicht. Banal – ja, das trifft es (leider) eher.

Yasmina Reza erzählt auf gut 200 Seiten die Geschichte einer nicht gerade typischen jüdischen Familie aus Paris. Die Geschwister Popper (Serge, Jean – aus dessen Ich-Perspektive der Roman gesch...
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