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ZUSAMMENFASSUNG
Ismail Kadares Reise an den Ursprung seines Erzählens Selten geschieht es in der Weltliteratur, dass ein ganzes Werk von einem Ort einzigen ausgeht und immer wieder zu ihm zurückkehrt. Bei Ismail Kadare ist das Gjirokastra, einst die mächtigste Gebirgssiedlung Albaniens. Große Kastenhäuser ducken sich wie Nester in den Hang. Enge Gassen, verwinkelte Gänge, dunkle Tore. Über allem der Schatten der Burg. In diesem Labyrinth aus Stein und Geheimnis ist Kadare geboren. Hier verlebte er seine Kindheit und Jugend und sog unter den Granitdächern von den Großeltern mysteriöse Geschichten von Geistern und Gespenstern in sich auf. Hierhin kehrte er in seinen Büchern immer wieder zurück, auch in seinem letzten Roman »Die Puppe«, der diesen Band beschließt und seiner Mutter gewidmet ist. »Er ist der Homer Albaniens.« Die Welt »Ismail Kadare hat mehr über das 20. Jahrhundert und seine Dunkelheit zu erzählen als jeder andere zeitgenössische Autor.« Daniel Kehlmann
BIOGRAFIE
Ismail Kadare, Albaniens berühmtester Autor, wurde 1936 im südalbanischen Gjirokastra geboren. Er studierte Literaturwissenschaften in Tirana und Moskau. Seine Werke wurden in vierzig Sprachen übersetzt, er gilt seit Jahren als Anwärter auf den Literaturnobelpreis. 2005 erhielt Kadare den Man Booker International Prize. 2015 wurde er mit dem Jerusalem Prize ausgezeichnet. Er ist Mitglied der französischen Ehrenlegion und lebt heute in Tirana und Paris. Joachim Röhm lebt als freier Übersetzer in Stuttgart, München und Tirana. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Albanien Ende der 70er Jahre, kehrte er 1980 nach Deutschland zurück. 2010 wurde er mit dem Jusuf Vrioni Übersetzerpreis der Republik Albanien ausgezeichnet.
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REZENSIONEN
Bewertet von Buchdoktor
Buchdoktor
Als Ismail Kadare 12 Jahre alt ist, wendet sich Albanien von Jugoslawien ab und der Sowjetunion zu. Zuvor war das Land seit dem Ersten Weltkrieg annektiert, besetzt und von einem Partisanenkrieg gezeichnet. Für Schüler bedeutet der Systemwandel, dass mit Latein und Französisch ganze Sprachen aus ihrem Lehrplan verschwinden und Russisch mit einer neuen Schrift kommt. Die „Oheims“, die schulpflichtigen jüngeren Brüder von Kadares Mutter, schalten flink um auf Russisch und Ungarisch, denn sie wolle...
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