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kupfisbuecherkiste

Posted on 3.7.2020

Ich weiß gar nicht, wie lange ich schon um dieses Buch herumgeschlichen bin. Der Einband hat mir so gut gefallen; jedes Mal, wenn ich dieses Buch in einer Bibliothek oder Buchhandlung in der Hand gehalten habe, musste ich es in den Händen halten. Warum ich es nicht schon viel früher mitgenommen habe, bleibt mir ein Rätsel, erst recht, seit ich es gelesen habe. Tiberius Faerfax lebt mit seiner Tochter Furia Salamandria und dem Sohn Pip in einem großen Haus, dessen Keller voller geheimnisvoller Bücher ist. In diesem Keller leben Origamis, Bücherschimmel, die wie Rochen aussehen, und noch viel mehr geheimnisvolle Wesen. Furia möchte in die Fußstapfen ihres Vaters treten, denn Tiberius ist ein Bibliomant. Doch diese Rolle birgt viele Gefahren. Das erfährt Furia sehr schnell, als ihr Vater getötet wird und der Bruder Pip entführt. Pip gelangt in die Fänge der Adamistischen Akademie, und so ist es an Furia, ihn zu befreien. Bei der gefährlichen Reise kann Furia auf unerwartete Hilfe zählen. So öffnen sich Tore in Welten, die sie sich so bisher nicht erträumt hat. Zudem trifft sie auf einem geheimnisvollen Freund, mit dem sie eine sehr besondere Buchbrieffreundschaft verbindet. Wow, was für ein schönes Buch, so bildgewaltig, fantastisch, phantasievoll, zauberhaft! Allein die Idee mit dem Schimmelrochen finde ich toll umgesetzt. In den meisten Fällen ist Schimmel ja nicht unbedingt das, was man haben will, aber als flauschigen Rochen find ich das schon sehr toll umgesetzt. Auch die „Brieffreundschaft“ zu Severin Rosenkreutz, die erst sehr zaghaft, schüchtern daherkommt, um sich mit einem Paukenschlag zu lösen. Ebenso gefallen hat mir die Gestaltung der Welt, in der sich die Protagonisten bewegen. Furias Zuhause hat bei mir einen eigenen Charakter bekommen, als würde es ein eigenes Leben führen. Die Bibliothek im Keller mit den vielen vielen Büchern, die einem kleinen Universum gleicht. Libropolis, London, der magische Walt: Kai Meyer weiß, wie er mit seinem Schreibstil eine Welt zum Leben erweckt. Ebenso die Charaktere: hier werden Büchersammler, -liebhaber, -hasser vereint. Pip, der so gar nichts mit Büchern anfangen kann, im Gegenzug zu Furia, die es gar nicht erwarten kann, ihr Seelenbuch zu finden. Oder die Adamistische Akademie, die vor Bosheit strotzt. Ich könnte noch gefühlt Seitenweise über dieses Buch erzählen, doch lest es lieber selbst, und lasst euch in eine wundervolle Welt entführen. Wie heißt es so schön: wer xy gelesen hat, dem wird auch dies und jenes empfohlen. Ich würde sagen, wem die Tintenherz Reihe von Cornelia Funke gefallen hat, ist hier richtig. Eine Bücherreihe, die für alle Buchliebhaber mit Hang zu fantastischen Büchern empfehlenswert ist. Eine kleine Anmerkung zum Schluss: In diesem Buch sind einige Szenen enthalten, die ich jetzt keinem Kind unter 14 erzählen würde. Bitte lest das Buch selber, bevor ihr es weitergebt an jüngere Menschen weiterreicht.

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