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Petzi_Maus

Posted on 7.5.2021

Kann ein Identitätstausch erfolgreich sein? 3,5 Sterne Flughafen JFK, New York. Claire soll nach Puerto Rico fliegen, um dort bei einer Benefizveranstaltung ihren Mann zu vertreten. Doch eigentlich wollte sie vor ihrem gewalttätigen Mann fliehen, der in der Öffentlichkeit als schillernder Politiker auftritt. Am Flughafen wird sie von Eva angesprochen, die ebenfalls auf der Flucht ist und nicht zurück nach Kalifornien fliegen will, und ihr deshalb den Vorschlag macht, die Boardkarten und somit die Identitäten zu tauschen. Kann das gutgehen? Meine Meinung: Als richtigen Thriller fand ich das Buch irgendwie nicht, aber es ist eine spannende Vorstellung, ob es möglich ist, a) zu verschwinden und/oder b) eine Identität mit einer anderen Person zu tauschen. Das wird in diesem Buch vereint, und als Leser bekommt man zwei verschiedene Perspektiven präsentiert: einerseits in der Gegenwart aus Sicht von Claire in ich-Form, andererseits in der Vergangenheit aus Sicht von Eva in erzählender Form. Leider war der Prolog irreführend geschrieben, so dass man nicht sicher war, welche Person berichtet. Das gefiel mir gar nicht, den so wurde man auf eine falsche Spur gelockt, was den ganzen weiteren Inhalt verzerrt betrachten ließ. Zuerst lernt man ja Claire und ihr Leben sehr detailliert kennen und warum sie ihr bisheriges privilegiertes Leben unbedingt verlassen will. Die Darstellung ihres Lebens mit dem brutalen Rory war sehr anschaulich, ich habe schrecklich mit ihr gelitten! Hier hab ich fast einen Herzkasper bekommen, als ihr Mann plötzlich selbst zu der Veranstaltung nach Detroit fliegt, wo Claire eigentlich hinwollte um zu verschwinden, und ihr ganzer Plan, den sie 1 Jahr entwickelt hat, hart gespart usw. sich nun in Luft auflöst. Und sogar ihr Leben in Gefahr ist, wenn Rory die Dokumente und das Geld findet. Da hatte sie echt Glück, dass sie am Flughafen auf Eva trifft, die auch aus ihrem Leben fliehen will, und ihr den Tausch vorschlägt. Von Eva erfährt man anfangs ja noch nicht so viel, nur dass sie Drogen herstellt. Besonders spannend fand ich, als Claire in Evas Haus kommt und langsam feststellt, dass diese sie am Flughafen von vorn bis hinten angelogen hat. Gegen Mitte erfährt man dann hingegen immer mehr von Eva, und das Geheimnis um ihr Leben löst sich nach und nach auf. Ich muss sagen, dass mir der Part um Claire besser gefallen hat, es war eindrücklicher und fesselnder. Die Wendung am Ende um Claire und die Verbindung zu Eva hat mich überrascht; nur der Schluss um Evas Schicksal war mir irgendwie zu offen, obwohl es natürlich auch gut ist, wenn der Leser eigene Überlegungen anstellen kann, mich hat es jedoch nicht ganz überzeugt. Schade fand ich, dass aufgrund der Widmung man hätte meinen können, dass es mehr um die Misshandlung von Frauen durch ihre Männer geht und wie dieser Misstand angeprangert wird, leider ging das in der Geschichte so gut wie unter. Fazit: Spannender Thriller über den Tausch zweier Identitäten. Leider war eine wichtige Stelle schlecht ausformuliert und das Ende konnte mich auch nicht so ganz überzeugen.

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