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travelartandbookblogger

Posted on 12.1.2021

Trotz dass es sich bei Fräulein Gold - Scheunenkinder um die Fortsetzung von Fräulein Gold - Schatten und Licht handelt, ist es ohne weiteres möglich, dieses ohne den ersten Teil zu lesen beziehungsweise ohne der wunderbaren Anna Thalbach zu lauschen, da wichtige verpasste Informationen wiederholt werden. Wieder einmal dreht sich alles um die namensgebende Hebamme jüdischer Herkunft Hulda Gold, die auch im Jahr 1923 Kindern in Berlin auf die Welt hilft. Ihren Bezirk erweiterte sie im Vergleich zum Vorjahr jedoch um das Scheunenviertel, in dem die ärmsten der Armen, galicische Juden leben. Wer den ersten Band weder gelesen noch gehört hat, wird im Bezug auf die persönliche Geschichte von Hulda ein wenig gespoilert, denn was sich in Schatten und Licht zwischen ihr und dem Kommissar Karl anbahnte, hat sich inzwischen fast zu etwas wie einer Beziehung entwickelt. Auch zu Huldas Vergangenheit, vor allem zu ihrem Vater und der ehemaligen Liaison zu Felix, erfahren wir spannende Details. War es im ersten Band eine tote Frau im Landwehrkanal, welche Huldas Aufmerksamkeit und Ermittlerinneninstinkt geweckt hatte, so ist es in Scheunenkinder ein verschwundenes, frisch entbundenes Kind, auf dessen Spuren sie parallel zu den Ermittlungen von Karl wandelt. Haben die beiden es etwa mit Kinderhandel im Scheunenviertel zu tun? :O Gepaart werden die fiktiven Ereignisse abermals mit historischen Facts, spürbar ist vor allem die antisemitische Stimmung, die sich bereits in den zwanziger Jahren in Deutschland angekündigt hat. Eine spannende und würdige Fortsetzung einer Saga, die hoffentlich noch lange nicht ihr Ende gefunden hat!

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