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leonies.buecherwelt

Posted on 7.4.2020

Dieses Buch hat keine richtige Handlung zumindest keine konstruierte Dramaturgie im klassischen Sinne. Zwar setzt „Gespräche mit Freunden“ damit ein, dass die beiden Freundinnen Bobbi und Frances ein älteres Künstler-Ehepaar kennenlernen. Bald schwärmt Bobbi für die Fotografin Melissa und  Frances für den Schauspieler Nick. Aber es kommt so rüber als ob  Sally Rooney selbst nicht weiß , was als nächstes passieren soll. Ein heimliches Treffen von Nick und Frances reiht sich ans nächste, bis die Affäre damit endet, dass Nick seine Ehefrau natürlich nicht verlässt und Frances vorerst verletzt zurückbleibt. Dies weiß man aber schon früher. Beiläufig, erzählt die Ich-Erzählerin Frances über ihre Beziehung zu Freundin Bobbi. Auf dem Gymnasium haben die beiden ungleichen jungen Frauen sich kennengelernt, waren für kurze Zeit sogar ein Paar. Mittlerweile studieren Bobbi und Frances am Trinity College in Dublin und treten gemeinsam mit Spoken Word Performances auf. Während Rooneys männliche Figuren meist still und ein wenig verwirrt sind, versieht die Autorin ihre beiden jungen Frauen mit mehr Komplexität. Erzählstränge verlaufen mit offenen Enden, Konsequenzen werden nicht ausgesprochen und Fragen nicht gestellt. Als „Geschichte ohne Fazit“, die zu peinlich sei, um erzählt zu werden, bezeichnet Frances einmal einen ihrer Tage. Dies ist Rooneys gesamter Roman, eine Geschichte ohne Fazit.

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