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Patricia

Posted on 26.2.2020

Band 2 ließ sich leider nicht ganz so problemlos lesen. Das erste Drittel beschäftigt sich mit Jardir, dem Herrscher von Krasia. Sein Werdegang ist durch einen steinigen und brutalen Weg gekennzeichnet. Die Tradition erfordert es, die Söhne zum Kampf auszubilden und zu sehen, ob sie ein Krieger oder ein khaffit sind. Als khaffit droht ihnen ein Leben in Schande. Krieger sind hingegen sehr hoch angesehen. Jardir und sein bester Freund Abban gehen diesen Weg gemeinsam, doch in einer Nacht ändert sich das. Abban kann nie wieder kämpfen und wird ein khaffit. Fortan steht er unter Jardirs Aufsicht und leidet unter den Angriffen und Späßen der Krieger um ihn herum. Jardir steigt zum höchsten Mann des Landes auf, an seiner Seite Inevera, das Mädchen seiner Träume, bald schon jedoch Gebieterin über sein Schicksal. Sie hat ihren Gemahl fest in der Hand. Weiter geht es anschließend mit Arlen, Leesha und Rojer. Die Ereignisse knüpfen an Band 1 an. Das Tal der Holzfäller wächst und gedeiht, die Menschen werden selbstständiger im Kampf gegen die Horclinge und bereiten sich intensiv vor. Und sie Vertrauen auf den Tätowierten Mann, ihren Erlöser. Nebenbei lernen wir in mehreren Kapiteln Arlens zukünftige Frau kennen. Nicht nur die Horclinge sind gefährlich für die Menschen, sondern auch ihre engsten Vertrauten können zu Dämonen werden. Und ein neuer Krieg scheint sich anzukündigen, als Jardir mit seinen Soldaten in den Norden zieht, um das Volk unter seine Herrschaft zu zwingen... Mit "Das Flüstern der Nacht" setzt Brett die epische Geschichte über den Kampf gegen Dämonen, die in der Nacht die Welt besiedeln, und die Menscheit beinahe ausgerottet haben, gekonnt und so wunderbar ausgeklügelt fort. Fremde Kulturen prallen aufeinander, nicht nur einmal, doch eben diese Fremde führt unter den Bewohnern zu Konflikten, Freunde werden zu Gegnern. Doch letztendlich ist das Wichtigste, sich zu verständigen, gegen den gemeinsamen Feind zu verbünden und Wissen auszutauschen. Wie bereits gesagt, war Band 2 etwas anstrengender. Die frauenverachtende Kultur in Krasia war kein Zuckerschlecken, wobei die Menschen in den Nordländern keinesfalls besser sind. Es geschehen viele furchtbare Dinge, die die Frauen in den Büchern letztendlich stärker und selbstständiger machen. Arlen zeigt nach und nach seine menschliche Seite, als er in seine alte Heimat zurückkehrt. Ein starker innerer Konflikt findet in ihm statt und plötzlich erscheint Arlen dem Leser fremd. So kennt man ihn keinesfalls aus "Das Lied der Dunkelheit". Leesha führt die Menschen des Tales der Holzfäller, auch Tal des Erlösers, gegen den Dämonenkampf an. Was Arlen nicht leisten kann, übernimmt sie. Wie eine Art Mutter des Dorfes. Allerdings ist der Konflikt mit ihrer eigenen Mutter nach wie vor furchtbar nervig und ebbt nur kurzzeitig ab. Ich verstehe nicht, was Leesha davon abhält, sie endgültig von sich zu stoßen. Rojer hat nach wie vor eine so unwichtige Nebenrolle, dabei beherrscht er eine Macht, die wirklich einzigartig ist. Der zweite Teil ist durch neue Gegner und weitere tolle Charaktere ebenso herausragend wie Band 1, schwächelt jedoch bei der Ausarbeitung der Geschichte. Trotz eines neuen Dämons, der die Menschheit beobachtet und beeinflussen kann, und vieler Kämpfe, wirkt der Kamp gegen die Dämonen doch eher zweitrangig. Sie werden recht schnell getötet und stellen kaum eine Bedrohung dar. Hier stehen vor allem die Charaktere Arlen, Rojer, Leesha und Jardir sehr im Vordergrund, was keinesfalls negativ zu deuten ist. Einige Szenen hätten bei diesem Umfang ruhig gestrichen werden können, aber letztendlich ist jede Seite bedeutend, jede Handlung wichtig und jeder Charakter einzigartig. Man spürt die Liebe und die Gedanken des Autors. Ich empfehle es wärmstens weiter!

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